Zuhause GD - News Urteil zu Cannabis – UN Voting on Cannabis 02. Dez. 2020

Urteil zu Cannabis – UN Voting on Cannabis 02. Dez. 2020

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Am heutigen Tag hat in Wien die Abstimmung zur Einstufung von Cannabis und cannabisbasierenden Substanzen stattgefunden. Die 63. Sitzung der United Nations ebnete den Weg für die Löschung von Cannabis aus Schedule IV der Single Convention on Narcotic Drugs (1961). Die Entscheidung der Vereinten Nationen (UN) ist eine Empfehlung an die WHO und wird in der Regel übernommen. 27 Nationen stimmten für eine Löschung aus Schedule IV und gegen die Empfehlung der Herabstufung stimmten 25 Nationen, bei einer Enthaltung. Damit wurde durch einen bescheidenen Stimmenvorteil die Empfehlung 5.1 bestätigt, so dass Cannabis und Cannabis Resin aus dem Schedule IV entfernt wird. Aber ist das so ein großer Erfolg?

In Schedule I sind Substanzen wie Kokain, Phentanyl, Heroin, Methadon, Morphine und viele heftige Opiate aufgeführt. Im Grunde führt die Liste unter Schedule I ausschließlich Stoffe, welche schwer abhängig machen und eine hohe Gefahr des Missbrauchs besteht. Außerdem soll für diese Stoffe keine aktuelle medizinische Wirksamkeit belegt sein. Ob Cannabis und seine Extrakte hier tatsächlich herein passen, wurde leider nicht besprochen oder darüber entschieden. Vielleicht nimmt man diesen Punkt in einigen Jahren auf, wenn mehr Evidenz zu Cannabis als Medizin besteht. Die Schweizer UN- Vertretung hat diese Empfehlung sehr treffend beschrieben. Sie sagte, dass „ein Grundstein für Cannabis als Medizin gelegt werde und man kann nun sicher und patientenorientiert forschen.“

Im weiteren Verlauf der Abstimmung wurde nun über die Aufnahme von Dronabinol und seine Stereo-Isomere, sprich auch Delta-9-Tetrahydrocannabinol, in Schedule I einzugliedern. Diese Empfehlung 5.2.1 wurde mit einer knappen Stimmenmehrheit abgelehnt. Somit stellt man Dronabinol nicht unter die kontrollierten Substanzen und verhindert damit einen Schritt zurück. Aufgrund der Ablehnung zu Empfehlung 5.2.1 wurden keine Abstimmungen zu den Empfehlungen 5.2.2, 5.3.1 und 5.3.2 durchgeführt.

Die Empfehlung 5.4 besagt, dass Präparationen wie Tinkturen und Extrakte von der Liste aus Schedule I entfernt werden soll. 27 Nationen stimmten dagegen und 24 bejahten die Löschung. Somit bleiben vorerst auch Cannabis Tinkturen und Extrakte auf der Liste I der kontrollierten Substanzen.

Leider wurde auch die Empfehlung 5.5 mehr als mehrheitlich abgelehnt. 43 Nationen stimmten dagegen, dass Cannabidiol Präparationen mit einem Delta-9-THC Wert von unter 0,2 Prozent, nicht mehr unter internationale Kontrolle fällt. Die Empfehlung 5.6 stand als Letztes auf der Tagesordnung. Hier war eine Abstimmung nicht notwendig, da Empfehlung 5.2.1 abgelehnt wurde.

Grundsätzlich sieht man leider keinen allgemeinen Sinneswandel bei den Mitgliedstaaten. Mit der heutigen Abstimmung hat man eher die Pharma auf sichere Beine gestellt und behält eine zurückhaltende Einstellung zu Cannabis im Freizeitbereich. Zu viele Staaten sehen momentan noch die Gefahren im Umgang mit dieser Pflanze oder Derivaten daraus. Überraschend war für mich, dass CBD Produkte mit einem Delta-9-THC Wert von unter 0,2 Prozent nicht komplett freigegeben wurde. Die Interessen an Cannabidiol und anderen Cannabinoiden scheinen immer noch vorhanden zu sein. Sehen wir das heutige Ergebnis als einen Schritt in die richtige Richtung.

Wer die Abstimmung verpasst hat, kann gerne auf YouTube (GermanDampfer), unter folgenden Links das Voting anschauen.

https://lnkd.in/dtpBTdW
https://lnkd.in/dctwZvP
https://lnkd.in/d9E4WHP
https://lnkd.in/dE3BZeA

 

Artikel von Daniel Schönborn

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