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Koffein vs THC – Wirkung und rechtliche Beurteilung

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Wie unterschiedlich die Betrachtungsweise von physio- und psychoaktiven Substanzen sein kann, sieht man sehr gut an folgenden Erläuterungen. Vergleicht man die natürlichen Wirkstoffe Koffein und Tetrahydrocannabinol (THC) im Rahmen der Herstellung, Wirkung, rechtliche Einordnung und gesellschaftliche Anerkennung, wird bei genauer Betrachtung ein erheblicher Unterschied sichtbar. Beginnend bei den Gemeinsamkeiten können wir als Erstes den natürlichen Ursprung nennen. Wir wissen alle das Koffein in Kaffeebohnen, Kakao und Tee vorhanden ist. THC findet man nur in Cannabis. Grundsätzlich kommt es dort in Säureform vor (THCA), welches durch Dekarboxylierung, sprich durch einen Erhitzungsvorgang in THC umwandelt. Als zweiten Punkt muss man unter Betrachtung der Herstellungsmöglichkeiten die chemische Synthese nennen. Koffein kann durch die sogenannte Trauben-Synthese industriell hergestellt. Dieser synthetisierte Rohstoff wird dann hauptsächlich in Energy-Drinks und anderen Lifestyle Produkten verwendet. Aber auch beim grünen Konkurrenten, dem THC aus Cannabis, ist nicht alles Gold was glänzt. Grundsätzlich kann man das THC mit Hilfe von Aceton, Isopropylalkohol, Ethanol, Ultraschall und einige weitere Methoden extrahieren und anschließend per Chromatographie isolieren. Das wäre die natürlichste Variante. Natürlich deswegen, weil es der Ausgangsstoff, den die Natur hervorgebracht hat, bleibt. Mit seiner Isomer-Anordnung. Man kann das THC aber auch synthetisch herstellen. In der Medizin bevorzugt man den synthetisch hergestellten Wirkstoff Dronabinol, das (-) Trans-Delta-9THC. Dazu werden wir in einem weiteren Artikel separat berichten und Unterschiede diesbezüglich verdeutlichen.

Kommen wir zurück und betrachten die Wirkung dieser natürlichen und synthetischen Formen von Koffein und THC. Abbildung 1 zeigt eine Übersicht der pharmakologischen Wirkung beider Stoffe.

Beiden Substanzen kann man eine erhebliche Wirkung zusprechen, daher ist THC auch im Rahmen des BTMG reguliert. Und es ist auch arzneimittelrechtlich eingegliedert, so wie das Cannabinoid CBD. Nur vom Koffein fehlt jede Spur. Finden kann man dieses in den richtungsweisenden Empfehlungen der European Food and Safety Agency (EFSA). Von Brüssel und Straßburg kommen seit Jahren die Vorgaben für unsere deutschen Lebensmittelbehörden. Auch das Bundesamt für Risikobewertung erteilt Empfehlungen, wenn es um die Einordnung von Lebensmitteln und Höchstmengen von Inhaltsstoffen geht. In Abbildung 2 und 3 sind die unterschiedlichen Sichtweisen aufgegliedert.

 

R.G. Pertwee, ein leitender Wissenschaftler der Universität Aberdeen in Schottland, hat 1988 richtungsweisende Kennzahlen herausgegeben, welche sich auf die Menge an konsumiertem THC und dessen psychoaktive Wirkung bezieht. Auch Wikipedia bezieht sich auf Mr. Pertwee, wenn es um die pharmakologische Wirkung von THC geht. Er stellte fest, dass der Konsum von 30 bis 50 μg/kg intravenös, 50 μg/kg bei Rauchinhalation und 120 μg/kg oral zu einer psychoaktiven Wirkung führt. Eine sedative Wirkung tritt bei Mengen von 5 bis 7 mg THC auf und ab 15 mg können psychotische Zustände eintreten.

Anscheinend ist die Toleranz gegenüber Koffein und THC sehr unterschiedlich und schon bei Kleinstmengen THC können Rauschzustände eintreten. Ob die Richtwerte der EFSA und BfR passend gewählt sind, lässt sich hier nicht abschließend klären. Bei der Grenze (BfR) von 5 Mikrogramm/kg Lebensmittel bei alkoholischen und nicht alkoholischen Getränken wurde von der deutschen Überwachungsbehörde ein sehr konservativer Richtwert gewählt, welcher die Möglichkeit der Produktion von deutschen Hanfgetränken (z.B. Bier mit Hanf) unmöglich macht. Die Marktteilnehmer haben somit nur die Möglichkeit mit Hanfaromen zu arbeiten. Wir verlangen dringende Nachbesserung vom BfR in dieser Sache! Insgesamt besteht aufgrund der verschiedenen Institutionen absolute Rechtsunsicherheit. Man ist sich nicht einmal über die Definition von THC einig. Die deutschen Behörden berücksichtigen den Gesamt-THC Gehalt. Die EFSA und FDA (Federal Drug Agency, USA) sieht nur das Delte-9-THC als regulierungswürdig. Und THCA, sprich die THC-Säure als natürlicher Ausgangsstoff aus der Cannabis Pflanze, ist nicht gesetzlich eingeschränkt. Selbst die WHO hat THCA als nicht-psychoaktiv eingestuft und es fehlt eine Nennung in Schedule I – IV. In allen internationalen und nationalen Gesetzgebungen fehlt eine einheitliche Betrachtungsweise und bedarf dringend der Überarbeitung.

Abschließend erlaube ich mir fest zu stellen, dass die Höchstwerte der EFSA und BfR für Koffein zu hoch erscheinen und es keine Regulierung gibt, womit und in welchen Mengen Koffein gemischt werden darf. Nutz man für einen Energy-Drink 250mg Koffein (z.B. LevelUp Gamer Booster), so wird die Höchstgrenze des BfR überschritten, die maximale Tagesverzehrempfehlung der EFSA von 400mg jedoch nicht erreicht. Bringt man in das Getränk noch Taurin und Guarana, so kann durch Wechselwirkung der Substanzen schneller eine Überdosierung entstehen, obwohl die Höchstmengengrenzen noch nicht erreicht sind. Erschreckend ist die Einstellung der EFSA und BfR, dass Kindern die gleiche Menge an Koffein pro Tag zugemutet werden kann. Im übrigen gibt es auch keine Kennzeichnungspflicht für Koffein in Lebensmitteln. Oder hast du schon einmal einen Warnhinweis auf der Verpackung von Kakao-Pulver oder Zartbitter-Schokolade gesehen?

Quelle: EFSA erklärt Risikobewertung Koffein

Betrachten wir die Stellung in der Gesellschaft, so muss man anerkennen, dass Koffein die Volksdroge Nummer 1 ist. Koffein gibt es an jeder Ecke, oft ohne Deklarierung zum Vorhandensein oder den tatsächlichen Mengen im Produkt. Wenn wir also wissen, dass Koffein die Kontraktionskraft des Herzens erhöht und eine Pulssteigerung verursacht, des Weiteren die Todesursache 1 oder 2 in Industriestaaten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind, könnte man annehmen dass zwischen Koffeinkonsum und den Todeszahlen wegen Herz-Kreislauf-Erkrankung ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Eine verteufelte Droge, wie das THC aus Cannabis, hat im Rahmen der Wirkungsweise zu 75% positive Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Durch richtige Dosierung sowie die Auswahl der medizinisch sinnvollen Sorte können ungewünschte Nebenwirkungen gemindert oder verhindert werden. Es ist nachweislich auch noch niemand an THC Überdosierung gestorben. Trotzdem wird das „grüne Wunder“ weiter stigmatisiert, Patienten der Missbrauch vorgeworfen und diese sogar Kriminalisiert durch die deutsche Judiaktive und Exikutive. Widersprüchlicher könnte die Gesetzgebung nicht sein, daher verlangen wir an dieser Stelle von der Lebensmittelüberwachung der Länder und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Daniela Ludwig (CSU) eine neue Bewertung zu Koffein und THC vor zu nehmen. Unsere Kinder werden mit bunten Verpackungen und ethisch bedenklichen Werbeaktionen frühzeitig an Energy-Drinks herangeführt. Auch der Verkauf an Kinder -und Jugendliche ist kaum überwacht. Bei zahlreichen Energy-Drinks im Supermarkt kann der Kassierer kaum einen Überblick behalten und es kommt immer wieder vor, dass „Rockstar“,“Monster“ und Co. an unter 16-jährige verkauft werden.

Gerne erfahre ich eure Meinung dazu in den Kommentaren unter dem Artikel. Vielen Dank für die Empfehlung des Artikels.

Der Link dieses Artikels wurde per E-Mail an alle Lebensmittel-und Veterinärämter und an die Drogenbeauftragte der Bundesregierung gesendet. Wir hoffen auf eine Stellungnahme.

 

Autor: Daniel Schönborn

 

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