Zuhause GD - News Vaporizer oder eZigarette? Eine Mixtur aus Unklarheiten

Vaporizer oder eZigarette? Eine Mixtur aus Unklarheiten

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Zwischen Unklarheit und Unwahrheit, so und nicht anders könnte man die aktuelle Berichterstattung zu eZigaretten beschreiben. Den Redakteuren/innen bringen bei vielen aktuellen Artikeln zwei Bereiche zusammen, welche grundsätzlich komplett unterschiedlich sind. Auch die Konsumentenstruktur ist unterschiedlich.

An einem recht aktuellen Beispiel aus dem Onlinemagazin MDR.de kann man sehr gut verdeutlichen was gemeint ist. Schon in der Überschrift des Artikels erkennt man die Widersprüchlichkeit. Hier heißt es:“VAPORIZER EIN GESUNDHEITSRISIKO“, und weiter „SCHWERE LUNGENSCHÄDEN DURCH E-ZIGARETTEN.“ Ein Vaporizer ist keine eZigarette! Das Gesetz sowie die Verpflichtungen beim Import solcher Produkte lässt klar erkennen, dass es zwei unterschiedliche Produktgruppen sind. Elektrische Zigaretten müssen zum Beispiel im Rahmen der Registrierungspflicht nach dem EU-CEG, bei der Europäischen Union gemeldet werden. Vaporizer, welche ausschließlich Kräuter und Wachse verdampfen können, zählen nicht unter die Rubrik eZigaretten und müssen auch nicht über das Melde-Tool EU-CEG gemeldet werden. Im Rahmen des aktuellen Elektro- und Elektronikgerätegesetzes unterliegen jedoch beide Produktgruppen einer Gleichbehandlung, sprich die importierten Mengen sind registrierungs- und meldepflichtig.

Im ersten Satz des Artikels erfolgt gleich die nächste Unklarheit. Es heißt wie folgt:“E-Zigaretten schaden der Lunge. Selbst der Dampf ohne Nikotin kann die normale Lungenstruktur und Lungenfunktion stören, zeigte eine Studie im September 2019. Eine neue Studie aus den USA dokumentiert nun die Auswirkungen in den Lungen.“  An dieser Stelle sollte der Redakteur eine Quellenangabe machen, oder aber das Institut nennen, an dem die Studie durchgeführt wurde. In der Regel nennt man auch einen Namen des Studienleiters oder Initiators. Leider geben uns die Redakteure nur den Hinweis, dass eine neue Studie aus den USA Auswirkungen auf die Lungen dokumentiert. Im weiteren Artikel bezieht sich der MDR auf die EVALI Studie, welche sich speziell mit Lungenschäden durch „E-Zigaretten und anderen Vaping-Produkten“ beschäftigt. Lungengeschädigte können zu dieser EVALI Studie gezählt werden, wenn „seit Auftreten der Symptome für mindestens 90 Tage elektronisch geraucht wurde, bei Aufnahmen vom Brustkorb Auffälligkeiten festgestellt wurden und keine anderen Quellen, wie Infektionen, für die Symptome infrage kommen.“ Was hier elektronisch geraucht wurde wird hier nicht erklärt und in welchem Stadium der Vorschädigung sich der Lungenpatient befand, interessiert hier auch niemand. Des Weiteren ist es für die EVALI Studie unerheblich, ob der Behandlungsbedürftige ein mit Vitamin-E-Acetat, oder anderweitig verunreinigtes, „Cannabis-Vape-Produkt“ konsumiert hat, oder ob er eine eZigarette im Hosentaschenformat und normalem eLiquid (PG/VG) nutzt. Aus den klinischen Befunden und Befragungsprotokollen der schwer erkrankten Amerikanern im Jahr 2019 geht hervor, dass es sich ausschließlich um Cannabis-Extrakt Dampfer gehandelt hat. Die im Hinterzimmer produzierten Extrakte, Destillate, auch genannt THC Wax oder THC Oil sind für viele verschiedene Lungenkrankheiten verantwortlich. Wenn die Cannabis-Erstextrakte, auch genannt Resin, nicht vollständig winterisiert werden, sprich von Waxen, Fetten und Ölen aufgereinigt werden, können rückständige Lipide Krankheiten wie Lipidpneumonie verursachen. Auch das oft medizinisch genutzte MCT Öl (Mittelkettige Tryglyceride, oft hergestellt aus Kokosnussöl) steht im Verdacht Lungenkrankheiten zu verursachen, und kann bei Diabetis Melitus II diagnostizierten bei Inhaltion zu einem Schock führen. Wir raten gesunden Dampfern, das Dampfen von MCT basierten eLiquids zu unterlassen.

Quelle: https://radiopaedia.org/articles/lipoid-pneumonia

Wir bitten die Redakteure/innen aller Print- und Onlinemedien den Unterschied zwischen Vaporizer und eZigarette an zu erkennen und diesen auch in ihren Artikeln klar zu kommunizieren. Dampfer von eZigaretten mit normalem eLiquid möchten sich nicht umbennen müssen, damit man eine klare Unterscheidung akzeptiert und wahrnimmt. Aufgrund der englischen Begrifflichkeit Vapen = Dampfen und Vaporizer = Verdampfer können solche Verwechselungen auftreten, sollten jedoch in Zukunft vermieden werden, da diese unsachgemäße Berichterstattung eine ganze Gruppe „normaler“ Menschen diffamiert. Für diese Gruppe ist „normal“ zu dampfen, und das mit geprüften und unter Reinraumbedingungen hergestellte eLiquids. Sie schädigen damit auch die Hersteller, und wenn der berichtete Umsatzeinbruch bei eZigaretten Herstellern und Händlern auf die ungenaue Berichterstattung der Medien zurück zu führen ist, könnte diese stetige Rufschädigung auch rechtliche Konsequenzen für die Verbreiter von Unklarheiten und Unwahrheiten haben. Wer sich geschädigt fühlt sollte genau hinschauen, wem es nutzt und welche Konsequenzen eventuelle gesetzliche Anpassungen im Zuge dieser „Skandale“ für ihn haben.

Wir werden in Zukunft genauer hinschauen und Artikel im Netz berichtigen.

Diesen Artikel haben wir auch an die Redaktion von MDR.de gesendet, in der Hoffnung eine Antwort und Erklärung sowie eine Stellungnahme zur zukünftigen Positionierung zu erhalten.

Artikel vom MDR.de vom 14.09.2020

https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/rauchen-vaporizer-lunge-100.html

Autor: Daniel Schönborn

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Ein Kommentar

  1. Gerald Perschke

    30. September 2020 beim 08:58

    Antwort Mitteldeutscher Rundfunk 29.09.2020

    Danke für ihre Mail und ihre interessanten Ausführungen. Wir berichten über eine aktuelle Studie aus den USA, zu einem Thema über das wir auch im Vorfeld bereits geschrieben hatten. Sowohl die Studie als auch die Vorberichte sind verlinkt, so dass sich der User einen Einblick verschaffen kann und die Hintergründe kennt.

    Apropos verlinkt. Auch die Quelle zum ersten Zitat, bei dem Sie selbige bemängeln, ist natürlich erreichbar. Der Link ist gelb gekennzeichnet.

    Aber zurück zu der zweiten Studie, deren Veröffentlichung Anlass der Berichterstattung war. Dort schreiben die Wissenschaftlerinnen dies:
    „Die mit der Verwendung von elektronischen Zigaretten oder Vaping-Produkten verbundene Lungenverletzung zeigt am häufigsten ein akutes Lungenverletzungsmuster bei der CT, das sich in einer multifokalen Opazität und / oder Konsolidierung des Grundglases manifestiert, typischerweise multifokal und multilobar, möglicherweise mit subpleuraler Schonung.“

    Und weil sie die Schäden für die Hersteller angesprochen haben. Hier empfehlen wir Ihnen diese aktuelle arte-Doku.

    https://www.arte.tv/de/videos/088021-000-A/nikotin-droge-mit-zukunft/

    Freundliche Grüße und gute Wünsche für Sie
    Gerald Perschke
    Mitteldeutscher Rundfunk

    Antworten

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