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eZigaretten & eLiquids – Teil 1 – Wie schädlich ist Dampfen?

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Die Frage der Schädlichkeit sowie Verträglichkeit von eLiquids für eZigaretten beschäftigt die wachstumsstarke Branche seit der Erfindung der eZigarette im Jahr 2003. Der Chinese Hon Lik erfand den batteriebetriebenen Zerstäuber für nikotinhaltige Flüssigkeiten unter dem Aspekt der Harmreduktion für Tabakzigaretten-Konsumenten. Die ersten Labortests zeigten klar einen physiologischen Vorteil gegenüber der Zigarette. Erst viele Jahre später wurde die eZigarette in Europa bekannt, wobei ich in diesem Artikel meine Erfahrungen seit 2011 in Deutschland schildern werde. Im Jahr 2011 haben sich in Deutschland die ersten Vape Brands gegründet, wie zum Beispiel GermanDampfer, Innocigs und NikoLiquids. Auch die ersten Vereine wurden ab 2011 gegründet, wie zum Beispiel der VdeH (eZigarettenhandels e.V.) und die Zahl der Dampfer wurde von Jahr zu Jahr größer. Mit der wachsenden Zahl der eZigaretten Konsumenten, nahm der Konsum von Zigaretten und Tabak sukzessive ab. Das bewog die Tabakindustrie und deren Lobbyisten, der eZigarette den Kampf anzusagen und über die Presse wurde diese als schädlich, sogar schädlicher als Tabakzigaretten verunglimpft. Einige Jahre konnte sich dadurch im Großteil der Bevölkerung die Meinung halten, dass eZigaretten sehr gesundheitsschädigend sind. Ab 2012 ließen Unternehmen und Vereine auf eigene Kosten Emmissionstests und Unbedenklichkeitsstudien anfertigen, welche durch die Presse widersprochen und angezweifelt wurden. Erst nachdem 2016 eine Marktregulierung durch das Tabakerzeugnisgesetz eingetreten ist und die ersten Tabakkonzerne mit eigenen eZigaretten und eLiquids auf den Markt gedrängt sind, kam es zu einem Umdenken. Heute können wir auf großen Werbeplakaten lesen, dass die eZigarette bis zu 95 Prozent weniger schädlich ist und die Tabakkonzerne haben vielfältige Modelle auf dem Markt. Sie sehen sich mittlerweile als Technology-Konzerne, mit dem Anspruch das Rauchen zu revolutionieren und stellen immer mehr auf elektronische Geräte um.

Die Grundlage für eLiquids war schon immer Propylenglykol (PG), vegetable Glykol (VG), Aromen, Nikotin und Wasser. Es gibt auch eLiquids mit PEG400, welches jedoch nicht oder kaum noch verwendet wird. Die großen Hersteller haben professionelle Labore und machen eigene Produkttests. Die gesamte Produktion ist zertifiziert und ständig überwacht. Wenn man sich als Kunde an die Großen der Branche hält, kann man eine „fast“ unbedenkliche Alternative zur Tabakzigarette genießen.

 

Warum „fast“ unbedenklich?

 

Um eLiquid zu Dampfen benötigt man eine eZigarette, welche grundsätzlich aus einem Akkuträger (Batterie) und einem Verdampfer besteht. Der Verdampfer hat mit Hinblick auf die Emmissionswerte und Schadstoffe den größten Einfluss. Dieser hat im Rahmen der Weiterentwicklung seit der Erfindung 2003 den größten technologischen Schub verzeichnet. Zuerst wurde ein mit Watte befülltes und mit eLiquid getränktes Mundstück auf die Heizwendel des Verdampfers gesteckt. War die Watte im Mundstück zu trocken, verkokelte die Watte. Später hat man die noch heute genutzten Tanksysteme entwickelt, wobei eLiquid durch am Boden des Tanks befindliche Löcher angesaugt wird und durch eine innenliegende Heizspirale verdampft wird. Im Jahr 2018 wurden Mesh-Verdampfer entwickelt, welche komplett auf Watte verzichten und das eLiquid über eine flache, horizontal liegende metallische Heizspirale verdampft wird. Nickel, Chrom, Titan, Edelstahl und einige andere Metalle werden bevorzugt dafür genutzt. Die Heizspirale fängt in der Regel zu Glühen an, wobei ein Lösen von metallischen Stoffen (Wire Oxidation, Abbildung 1) in das eLiquid und damit in den Dampf kaum verhindert werden kann. Die Mengen im Damp sind bei guten Herstellern aufgrund der hohen Qualität der Metalle kaum meßbar, aber durch die dunkle Färbung der Watte gut sichtbar. Wie schnell es zur Oxidation kommt und wie viele Schadstoffe entwickelt werden, hängt zu einem großen Anteil von der Temperatur ab, mit welcher das eLiquid erhitzt wird. In der Regel wird in einem Bereich von 130°C bis 200°C gedampft. Es gibt auch spezielle Hardware, mit der man in einem sogenannten Temperatur-Modus dampfen kann und die Hitze sowie die Schadstoffproduktion bestens kontrollieren kann. Auch im Watt-Modus werden verschiedene Temperaturen erzeugt und man kann Aromen unterschiedlich zur Entfaltung bringen.

 

Abbildung 1

 

In aktuellen Artikeln zum MCT Öl basierten dampfen wird eine Studie aus 2017 vom Journal of Alternative and Complementary Medicine herangezogen, in der man VG, PG, PEG400 und MCT Öl auf 450 Grad Fahrenheit (232,22°C) erhitzt hat und kam zu dem Ergebnis, dass MCT Öl die wenigsten Schadstoffe abgegeben hat. Grundsätzlich werden diese hohen Temperaturen beim Dampfen von VG/PG eLiquids nicht erreicht. Das schmeckt dann auch grauselig und daher macht es niemand! Man vergleicht hier also Äpfel mit Birnen und verschafft dem MCT Öl einen Vorteil, obwohl es temperaturunabhängig bei Inhalation zu schweren Schädigungen (z.B. Lipid Pneumonie und Mukoviszidose) kommen kann. Hier muss man etwas ausführlicher drauf eingehen, daher erfahren sie im zweiten Teil mehr.

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